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Papyrus P 72
Originalgröße ca. 11,5 x 12,7 cm, Griechisch, unterstrichen: 2. Petrus 3,13: "Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt."


Luthers bekannter Sendbrief vom Dolmetschen (Original)
Erstdruck Nürnberg 1530.

Ein Sendtbrieff D.M. Luthers. Vom Dolmetzschen...

Er ist kein umfassendes und kein systematisches Werk zu Problemen des Übersetzens und Verstehens, vielmehr eine kämpferische Antwort auf die katholische Kritik an Luthers Bibelübersetzung. Im Zentrum steht die Verteidigung des ‚allein aus Glauben' (Römer 3,28). Doch erläutert Martin Luther auch seine Übersetzungsgrundsätze in vielfach zitierten Worten: "Man muß die Mutter im Hause, die Kinder auf den Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt drumb fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und danach dolmetschen; so verstehen sie es denn und merken, daß man Deutsch mit ihnen redet..."


Papyrus P 72 3./4. Jahrhundert

Die Bibelgalerie Meersburg zeigt im inneren Treppenaufgang eine der seltenen, frühen Papyrus-Sammelhandschriften des Neuen Testaments als Faksimile. Das Original kam 1956 in den Besitz der Bibliotheca Bodmeriana in Genf und wurde später dem Vatikan geschenkt. Aus diesem Anlaß entstanden einige wenige Faksimile. Der Papyrus 72 ist das älteste Manuskript und damit der wichtigste Textzeuge für diese drei Briefe am Schluß des Neuen Testaments, Abschrift eines nicht berufsmäßigen Schreibers um das Jahr 300 n.Chr.

Die frühe Christenheit schrieb ihre Bibeltexte grundsätzlich auf den Beschreibstoff Papyrus, hergestellt vornehmlich in Ägypten aus der dort bis zu 6 m hoch wachsenden Papyruspflanze. Der Papyrusexport/-Import lief besonders über den antiken Hafen von Byblos an der phönizischen Küste.

Während die Literatur jener Zeit (auch die der Juden) für ihr Schrifttum allgemein das Aneinanderfügen von Blättern zur Rolle bevorzugte, haben die Christen wohl von Anfang an die Blätter gefaltet und zum Kodex aufeinandergelegt. Vorder-und Rückseite waren beschrieben. So schon der älteste Papyrus, den wir mit einem neutestamentlichen Text besitzen, der Papyrus P 52 , entstanden um 125, mit Johannes 18,31-33 und 18,37-38. Erst im 4. Jahrhundert begannen Christen Bibeltexte auf das dauerhafte, aber kostbarere Pergament zu schreiben.

Die neutestamentlichen Papyri haben im 20. Jahrhundert im allgemeinen Bewußtsein ein hohes Ansehen erlangt, insbesondere die 43 ältesten mit Texten aus dem Neuen Testament bis zum 3./4. Jahrhundert. Der Grund: Gerade die ältesten Papyri enthalten zwar nicht die Originalhandschrift, führen jedoch ganz dicht an die Entstehung: Beispiel Johannesevangelium: Der Papyrus 52 dürfte zwischen 100 und 125 nach Chr. entstanden sein, das Evangelium selbst um 90-95. Wichtige Erkenntnis beim Textvergleich zwischen dem damaligen und dem heutigen Normaltext, dem Nestle-Aland -Text des griechischen Neuen Testaments: Die Qualität der neutestamentlichen Textüberlieferung wird bestätigt.

Als ein bis dahin für unmöglich gehaltener Fund neutestamentlicher Texte erwies sich der Papyrus P66; er enthält das Johannes-Evangelium komplett als Buch mit 52 Blatt (26 Doppelblätter). "Daß eine Papyrushandschrift nach über 1750 Jahren - der Papyrus wird auf die Zeit um 200 datiert - noch in einem derartigen Zustand erhalten sein konnte, hätte bis dahin niemand für möglich gehalten."...."Und nicht nur das Äußere der Handschrift war einmalig, das galt auch für ihren Text." (Kurt Aland, Barbara Aland, Der Text des Neuen Testaments, 2.Auflage, Stuttgart 1989. S.97). Der Papyrus P66 kam 1956 zusammen mit dem P72 in den Besitz des Bibliotheca Bodmeriana in Genf-Cologny.

Besuchertipp
Bibelgalerie Meersburg, Kirchstr. 4, 88709 Meersburg., Tel. 07532/5300

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